Web 2.0

Definition Web 2.0?

Hier ist eine Definition vom Erfinder des Begriffs: Tim O'Reilly: What Is Web 2.0. In Deutschland dürfte O'Reilly vor allem durch seinen Verlag für Computer-Bücher bekannt sein. Die Bücher erkennt man in der Regel am markanten Umschlag, der ein bedrohtes Tier zeigt. Computer-Bücher und Tiere? Warum das so ist, steht in der Geschichte von O'Reilly.

Was ist das Web 2.0?

Nachdem zirka gegen Ende des Jahres 2001 die große Internet-Blase geplatzt ist, hielt man das Internet für einen überschätzten Hype. Vor allem die Kapitalgeber und Firmen zogen sich zurück. Kein Wunder, haben sie doch dabei viel Geld verloren. Tatsächlich ist es - zumindest in Deutschland - nach wie vor so gut wie unmöglich Kapital für die Gründung eines Internet-basierten Unternehmens zu erhalten.

Die Realität aber ist, dass gerade in den letzten Jahren viele neue, spannende Internet-Projekte entstanden sind. Noch besser: Die geplatzte Internet-Blase trennte die Spreu vom Weizen und viele Internet-Unternehmungen sind mittlerweile profitabel beziehungsweise haben einen Aktienwert, der auf den Niveau von Anfang des Jahres 2001 oder sogar darüber liegt. Tim O'Reilly prägte für diesen zweiten, von vielen unbemerkten Internet-Boom den Begriff "web 2.0".

Anhand der folgenden Vergleiche wird vielleicht am deutlichsten, worin sich web 2.0 von den alten Web-Angeboten unterscheidet (Ich habe die Liste aus Gründen der Authentizität im englischen Original belassen, die Links helfen Ihnen aber weiter, falls Sie einen Begriff nicht verstehen.

Web 1.0 > Web 2.0

DoubleClick > Google AdSense
Ofoto (mittlerweile Kodakgallery) > Flickr
Akamai > BitTorrent
mp3.com > Napster
Britannica Online > Wikipedia
personal websites > blogging
Evite > Upcoming.org and EVDB
domain name speculation > search engine optimization
page views > cost per click
screen scraping > web services
publishing > participation
content management systems > wikis
directories ("taxonomy") > tagging ("folksonomy")
stickiness > syndication

Web 2.0 ist für birdmedia noch mehr

Begriffe wie RSS, Atom, Trackback, Social bookmarking, iPod und Podcasting, AJAX, Blogosphäre und Google-Maps sind nur einige der Buzzwords, die zusammen für web 2.0 stehen.

Letztendlich geht es dabei vor allem um eines: Nicht mehr die Programme auf dem PC zählen, das Internet selbst wird die Anwendung. Allenthalben wird schon Google als größte Bedrohung für Microsoft gesehen. Zu recht! Die Zeiten der lokalen Datenhaltung gehen zu Ende. Mobilität ist das Stichwort, die Inhalte liegen im Netz. Wer es darauf anlegt, hat jetzt schon per Handy vollen Zugriff auf das Web. Kann Nachrichten lesen, Musik herunterladen oder Videos ansehen. Es ist nicht mehr wichtig wo man ist, man braucht lediglich Zugang zum Internet. Egal ob per Kabel oder Funk (WLAN oder UMTS), Daten und Content sind immer und überall verfügbar.

Social Bookmarking, Social Web und Social Software

Eine der neuen und sicherlich interessantesten Internet-Anwendungen ist das, was man unter Social Bookmarking, Social Web oder Social Software zusammenfassen könnte. Es geht hierbei um die Vernetzung von Inhalten und von Menschen. Typische Beispiele hierfür sind die sogenannten wikis, wie etwa die Online-Enzyklopedie Wikipedia, Bildersharing-Angebote wie Flickr oder die Social-Bookmarking-Plattform del.icio.us. Allen drei ist gemeinsam, dass sie mehr sind als reine Online-Lagerstätten für Content.

Zusammen sind wir stark, lautet das eine Motto. Das andere lautet: Das Ergebnis ist eine Potenz und nicht nur die Summe des Ursprünglichen. Wikipedia ist stark, weil viele Menschen für sich genommen kleine Beiträge leisten und heraus kommt das beste, weil lebendige, Lexikon der Welt. Technisch gesehen vernetzt sich bei einem wiki der Inhalt selbst. Erwähnt ein Autor ein zuvor schon beschriebenes Stichwort, wird selbiges automatisch verlinkt. So kann man sich am Ende nahezu endlos durch ein wiki klicken.Auch Flickr zeichnet sich durch die Vernetzung der Beiträge vieler Anwender aus. Zig Menschen aus der ganzen Welt speichern dort beispielsweise ihre Urlaubsfotos. Da jedes Foto verschlagwortet wird, entsteht eine gigantische Bilder-Datenbank. Will man also wissen, wie es beispielsweise in Miami so aussieht…, die Eingabe des Stichworts "Miami" in die Suchzeile genügt. Noch besser: Mit der Funktion "Clusters" hilft einem Flickr bei der Detailsuche, und zwar ohne langwierige Suchabfragen, sondern einfach per Mausklick.

Ganz ähnlich ist die Idee hinter del.icio.us: Lasst uns die Bookmarks von möglichst vielen Internet-Surfern zusammenlegen! Das Ergebnis ist die größte und leistungsfähigste Bookmark-Sammlung (Internet-Explorer-Nutzer kennen Bookmarks als Favoriten) der Welt. Und zwar nicht durch die schiere Menge, sondern durch ihre interne Vernetzung. Jeder Bookmark wird nämlich verschlagwortet. Anschließend kann man nicht nur nach den Schlagworten suchen, man sieht auch, welche und wieviele Benutzer die entsprechende Site ebenfalls gebookmarkt haben. So kann man auf die Qualität beziehungsweise Relevanz einer Site schließen. Denn war sie es wert von vielen Menschen gebookmarkt zu werden, muss sie auch gut sein. Der andere praktische Nutzen ist, dass man die Bookmarksammlungen der anderen Benutzer durchforsten kann. Hat ein anderer Anwender die eigene Lieblings-Site gebookmarkt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch dessen andere Bookmarks sich mit den eigenen Interessen decken.

Quo vadis web 2.0?

Noch stehen wir am Anfang der Entwicklung. Was am Ende entstehen wird, ist sicherlich etwas tolles und revolutionäres. Aber es gilt auch, nicht die Augen zu verschließen vor den Konsequenzen und Gefahren. Denn noch mehr als schon jetzt werden Informationen, auch und besonders über einen selbst, von jedem immer und überall recherchierbar und abrufbar sein. Wer es darauf anlegt, kann Bewegungs-, Konsum- und Vorlieben-Profile aus den im Netz verfügbaren Daten in Zukunft noch detaillierter zusammenstellen. Immer mehr Wissen, bis in die Intimsphäre der Nutzer hinein, wird auf Servern rund um die Welt gelagert sein. Die Gefahren sind offensichtlich.

Ein anderer Aspekt ist, dass die meisten der Web-2.0-Sites darauf basieren den Content der User auszuschlachten. Das ist grundsätzlich in Ordnung, wenn der User wiederum dafür etwas bekommt und sei es nur ein wenig Spaß und Unterhaltung.

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